Freitag, 27. Februar 2009

Gedichtinterpretation

Stufen

(Hermann Hesse)

Das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse (1877-1962) handelt vom Augenblick des Endes allen irdischen Wirkens. Die Menschen sollen den Tod sozusagen wie ein Neuanfang betrachten und sich darauf einlassen. Sie sollen Veränderungen im Leben positiv sehen.

Im Folgenden werde ich dieses Gedicht genauer analysieren und auf auffällige Details eingehen. Das Gedicht ist insgesamt in sechs Strophen eingeteilt, wobei Hesse aber die ersten drei inhaltlich zusammengehören lässt (1., 2. und 3. Strophe). Die darauf folgenden zwei Quartette gehören auch zusammen (4. und 5. Strophe) und die letzte Strophe steht für sich (6. Strophe). Es gibt zwei umarmende Reime, nämlich in der 4. und 6. Strophe. Die anderen Reime sind Kreuzreime und gehen über zwei Strophen hinaus. Als Versmaß wurde ein fünfhebiger Jambus verwendet, der in diesem Gedicht öfters nach dem zweiten Takt eine Zäsur in Form von Beistrichen hat. Klanglich gibt es nicht vieles, außer eine leichte Assonanz auf ´ei´, ´ie´, und ´i´. Sehr auffällig im Gedicht sind die Hypotaxen, die ständig vorkommen. Ebenfalls bemerkbar machen sich die Betonungen wegen der Wortstellung im Satz. Es gibt also viele Inversionen. Auf all das werde ich später genauer eingehen.

Den ersten Abschnitt bilden die 3 zusammengehörigen Strophen (1., 2. und 3.). In diesen Strophen wird dargestellt, dass alles irgendwann zu Ende geht und man offen für Neubeginne sein soll. Es heißt hier zum Beispiel "Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,...". Hesse will mitteilen, dass jeder Anfang etwas Neues und Schönes hat ("Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,..."). Daraus schließen sich auch einige Metaphern in diesem Abschnitt des Gedichts. Es heißt zum Beispiel, dass jede Jugend, Weisheit und Tugend, bzw. alles Irdische, nicht ewig dauern kann ("Jede Blüte welkt..") oder "Zauber", wie oben schon erwähnt, bedeutet etwas Schönes und Beschützendes. Rhetorisch auffällig sind ebenfalls die vielen Inversionen. Das heißt es gibt Umstellungen des normalen Satzbaus um bestimmte Worte zu betonen. Als Beispiel: "Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,...". Es gibt auch vier Enjambements in diesem Teil des Gedichts, nämlich über den 1.-2. Vers und den 3.-4. Vers der 1. Strophe. In der 2. Strophe sind die zwei Enjambements genau gleich verteilt wie in der ersten. Auffällig ist noch der Chiasmus "...Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,...".

Die nächsten beiden Quartette (4. und 5. Strophe) sind inhaltlich zum ersten Teil nicht sehr verschieden. Hesse spricht hier aber auch darüber, dass man nicht nur an einem Ort sein soll, sondern man muss aufbrechen und bereit für eine Reise sein, um langweiligen Gewohnheiten zu entgehen. Es werden wieder Metaphern verwendet wie zum Beispiel "Raum" für andere Orte und "Stufe" für Wandlungen. Weil dieses Gedicht zum Großteil vom Tod handelt, bzw. den Tod gutheißen lässt, meint Hesse mit dem Wort "Weltgeist" möglicherweise das Sterben. Es heißt nämlich, "Der Weltgeist will nicht fesseln und und engen, Er will uns Stuf´um Stufe heben, weiten." Das soll bedeuten, dass das Sterben, bzw. der Tod, nicht das Ende bedeutet, sondern eine Wandlung in ein neues Leben. In diesem Abschnitt gibt es wieder sehr viele Inversionen und ein Enjambement in der 5. Stophe über den 1.-2. Vers. Weiters gibt es noch einen Klimax, das heißt eine Steigerung in der 4. Strphe, letzter Vers ("Stuf´um Stufe").

Die letzte Strophe (6. Strophe) enthält sozusagen eine Schlussfolgerung, denn im letzen Vers heißt es "Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde". Hermann Hesse erwähnt in dieser Strophe auch, dass man vielleicht jung sterben kann, aber dass unser Dasein nicht enden wird ("Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden..."). In diesem Quartett gibt es wieder ein Enjambement über den 1.-2. Vers.

Dieses Gedicht behandelt ein Thema, dass auch heute noch weit verbreitet ist. Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und fürchten sich vor dem, was danach ist.
Hermann Hesse möchte mit seinem Gedicht "Stufen" ausdrücken, dass der Tod ein Neuanfang ist und eine Veränderung im Leben gut gegen Erschlaffen und Langeweile ist. Der Mensch soll bereit für Abschiede sein und sich über Neubeginne freuen. Er sagt, dass nichts ewig dauern kann und jede Jugend einmal alt wird.

Mein persönlicher Eindruck zu diesem Gedicht ist sehr positiv, denn der Tod wird nicht als schlecht dargestellt. Man muss das Gedicht auch nicht unbedingt mit dem Tod verbinden, sondern mit anderen Veränderungen im Leben. Es ermutigt einen dazu neue Dinge auszuprobieren oder Reisen anzutreten. Hesse sagt im Großen und Ganzen, man soll offen für neue Bindungen, Anfänge und Lebenskreise sein.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Strafe und Disziplin


Definition: Als Strafe bezeichnet man eine Sanktion gegen ein bestimmtes, meistens schlechtes Verhalten. Diese Verhalten wird dann bestraft mit verschiedenen Arten von Strafen. Durch eine Strafe soll man Disziplin und richtiges Verhalten erlernen. Meistens werden Strafen von Erziehern oder Richtern gegeben.

Synonym: Abrechnung, Heimzahlung, Gerechtigkeit, Buße

Antonym: Belohnung, Lob

Oberbegriff: Handlung, Disziplin

Unterbegriff: Geldstrafe, Jugendstrafe, Freiheitsstrafe, Körperliche Strafe, Psychische Strafe, Hausarrest, Bewährungsstrafe

Sonntag, 14. Dezember 2008

Verbesserung der 1. Schularbeit (Die Räuber)

Das Drama "Die Räuber" von Friedrich Schiller (1759-1805) wurde in der Epoche des Sturm und Drang (1767-1885) verfasst. Das Stück ist aufgebaut auf den strikten Regeln der Moralvorstellungen, wie zum Beispiel Bruderliebe, Vaterliebe und Ehre. Diese Vorstellung von Moral und Ehre waren zu dieser Zeit sehr wichtig. In dieser Werkbesprechung über das Stück "Die Räuber" werde ich einige Punkte, die mit Sturm und Drang in Verbindung stehen, analysieren und das Bild des Tyrannen, die damalige Gesellschaft und die Frage, ob die Kritik dieser beiden Punkte noch aktuell ist behandeln. Gegen Ende werde ich meinen persönlichen Eindruck in diesem Zusammenhang erläutern.

Das Bild des Tyrannen im Stück stimmt sehr genau mit den Vorstellungen in der Epoche Sturm und Drang überein. Das Gegenteil ist nämlich das Universalgenie, der starke Kerl. Dieser wird von Karl repräsentiert. Franz, sein Bruder, ist der unberechenbare Tyrann, der völlig gegen die Moral- und Ehrvorstellungen verstößt. Er weist keinerlei Vaterliebe noch Bruderliebe auf. Er will alles aus dem Weg räumen, nur um der Herrscher zu sein. Das Problem für Franz ist, dass er der zweitgeborene Sohn ist und deshalb keinen Anspruch auf das Erbe oder den Thron hat. Er versucht nun heimtückisch Karl aus dem Leben des Vaters zu streichen, indem er diesem einige schlechte Dinge über seinen Lieblingssohn, dem "Genie", erzählt. "Man hat ihm Steckbriefe nachgeschickt, die Beleidigte schreien laut um Genugtuung, ein Preis ist auf seinen Kopf gesetzt - der Name Moor". (Akt 1,1,S.11) Dieses Zitat zeig einen Verstoß gegen die Ehrvorstellungen des Sturm und Drang. Karl verschmutzt den adeligen Namen Moor, was den Vater sehr erschüttert. Er verschafft sich damit keinen guten Ruf der Gesellschaft. Franz erreicht mit seiner Tyrannei viele seiner Ziele. Er denkt während seinen üblen Taten kaum and Bruder- und Vaterliebe. Schlussendlich begeht er die schlimmsten Sünden, nämlich den Vater- und Brudermord. Erst gegen Ende kennt Franz keinen Ausweg mehr. Er hat nun Angst vor dem Tod. Sturm und Drang hat eine bestimmte Vorstellung vor dem Tod. Es gibt sozusagen ein "jüngstes Gericht". So scheitert der Tyrann am Ende.

Die Gesellschaftskritik in diesem Werk kann man sehr gut mit den Ansichten von Karl erläutern. Karl sollte eigentlich in Leipzig studieren, doch er führt lieber ein Luderleben mit seinen Kumpanen. Er macht sich sehr viele Gedanken über die Gesellschaft. Später führt er auch ein Räuberleben, um sich sozusagen an der Gesellschaft zu "rächen". Er will seinen Wille nicht in Gesetze schnüren und lässt sich regelrecht von Spiegelberg zum Räuberleben verführen. Die anderen Räuber erwählen ihn sogar zum Hauptmann. Karl kritisiert einiges an der Gesellschaft. "Mir ekelt vor diesem tintenkleckrenden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen." (Akt 1,1,S.19) Dieses Zitat zeigt , dass er kaum Interesse am studieren hat weil er später auch noch erwähnt, dass die Studenten sich "das Mark aus dem Schädel" studieren. (gleiche Stelle im Buch) Völlig erschüttert ist Karl, als er erfährt, dass sein Vater ihm trotz eines Briefes von Karl sein Leben in Leipzig nicht vergibt. Von da an versteht er die Gesellschaft noch weniger. "Menschen - Menschen! falsche, heuchlerische Krokodilbrut! Ihre Augen sind Wasser! Ihre Herzen sind Erzt!" (Akt 1,2,S.31) Er ist völlig außer sich und fragt sich, ob das Vaterliebe sein kann. Ab diesem Zeitpunkt, weiß er endgültig, dass er sich an der Gesellschaft rächen möchte und der Räuberbande als Hauptmann beitritt. "Oh ich möchte den Ozean vergiften, daß sie den Tod aus allen Quellen saufen! Vertrauen, unüberwindliche Zuversicht, und kein Erbarmen!" (Akt 1,2,31) Das Zitat zeigt nochmals seinen großen Ärger über die Gesellschaft.

Mit der heutigen Zeit haben sich die Kritikpunkte der Tyrannei und Gesellschaft doch sehr stark verändert. Als Tyrann wird womöglich jemand bezeichnet, der ein sehr aggressives Verhalten hat und sich mit Gewalt einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft erkämpfen will. Der Unterschied zwischen der heutigen Kritik an Tyrannei ist, dass wir keine so strikten Moralvorstellungen mehr haben. Ein Schwur zu brechen ist nicht mehr dasselbe wie in der Epoche des Sturm und Drang. Damals galt der Schwur bis in den Tod. Bei uns gehört der Satz "Ich schwöre..." schon zur normalen Umgangssprache. Brudermord und Vatermord, wie es der Tyrann Franz in "Die Räuber" begangen hat, hat bei uns auch keine große Bedeutung mehr. Ein Streit zwischen Eltern und Kindern ist heutzutage schon normal und verständlich und wir nicht als Mord bezeichnet. Eltern sind auch oft geschieden, was zu dieser Zeit nicht üblich war. Der Vater wurde als Herr bezeichnet und wenn es einen Streit gab, musste man sich so schnell wie möglich wieder versöhnen, um das Wohl der Familie nicht zu gefährden.

Mein Eindruck in diesem Zusammenhang ist, dass die Gesellschaft damals sehr streng war. Die strikten Vorstellungen von Moral und Ehre ließen den Leuten damals nicht viel Freiraum. Das erkenne ich beispielsweise gut an den Charakteren Karl und Amalia. Aufgrund der Schwüre, die sie unbedingt einhalten mussten, konnten sie nicht glücklich ihr Leben zusammen verbringen. Amalia schwor Karl immer treu zu bleiben, doch Karl schwor den Räubern für immer ihr Hauptmann zu bleiben. Die Schwüre galten bis in den Tod. Diese Moralvorstellungen haben bei mir den größten Eindurck hinterlassen.

"Die Räuber" ist ein typisches Drama des Sturm und Drang. Schiller hat es wesentlich auf den Moral- und Ehrvorstellungen dieser Zeit aufgebaut und so zieht sich das Drama bis zum Ende durch.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Österreich im Wahlfieber!

Deine Stimme zählt!
Mit solchen Werbeslogan wurde die Nationalratswahl 2008 in die Gänge geleitet.
Wie immer hat der Wahlkampf zwischen den Parteien mit großen Plakaten und vielen Versprechungen unserer Politiker stattgefunden. Jedes Medium, wie zum Beispiel Fernseher, Radio und Zeitschriften sind als Informationsquelle für das Volk verwendet worden. Bei den zahlreichen Fernsehdiskussionen zwischen den Politikern habe ich den Eindruck bekommen, dass es auch dieses Jahr wieder sehr schwierig werden wird eine gute Koalition zu bilden.
Die Themen zur Wahl waren sehr vielfältig, doch meiner Meinung nach wurden einige wichtige Dinge vernachlässigt. Interessant für mich wäre wenn die Politiker mehr über Umwelt, Soziale Sicherheit und Jugendschutz sprechen würden. Ich finde auch, dass sie das Thema Strafrecht zu wenig behandelt haben. Ebenfalls ist es Schade, dass die Parteien meistens über Teuerung und Steuern diskutieren. Die Politiker denken dabei wahrscheinlich dass sie mit diesen finanziellen Themen mehr Wähler für sich gewinnen können. Das wird ihnen möglicherweise auch gelingen denn Geld ist ja, wie jeder weiß, für jeden einzelnen lebenswichtig. Aber nicht nur Geld zählt, sondern auch unsere Gesundheit. Mein Eindruck dazu ist, dass die Parteien das Gesundheitswesen sehr wenig angesprochen haben.
Speziell möchte ich noch erwähnen, dass die Migrationspolitik der FPÖ für mich viel zu aggressiv ist. Vor allem ist dieses Thema für sie die Nummer Eins und die anderen Angelegenheiten werden kaum behandelt.
Gut finde ich, dass die Bildungspolitik bei allen großen Parteien ein sehr wichtiger Punkt ist. Die Studiengebühren sollen abgeschafft werden, es soll kostenlose Kindergartenjahre geben und die Wehrpflicht soll abgeschafft werden. Diese Programmpunkte finde ich sehr gut. Das LIF hat einen sehr speziellen Punkt den mehrere Menschen gutheißen sollten. Sie sind gegen die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Meiner Meinung nach ist dieses Thema sehr wichtig, denn ich kann nicht verstehen wie manche Menschen gegen solche Ehen oder Partnerschaften sein können. Jeder Mensch hat das Recht so zu sein wie er ist. Als nächstes möchte ich über die ´Wahlmüdigkeit´ und das angebliche Desinteresse gegenüber der Politik schreiben. Die meisten Leute empfinden es bestimmt als zu Früh, dass die Jugendlichen nun ab 16 wählen dürfen. Ich höre immer wieder wie gesagt wird die Jugend würde sich sowieso nicht informieren und einfach ankreuzen was ihnen gerade so passt.
Vielleicht trifft das bei manchen zu, aber ein Desinteresse ist bestimmt nicht daran schuld.
Ich denke, dass die jungen Leute viel mehr interessierter wären, wenn man mehr politische Bildung an Schulen betätigen würde. Dann wüssten sie um was es bei den verschiedenen Parteien geht und sie müssten sich nicht in ihrer Freizeit informieren. Durch das könnten sie auch eine passende Partei für ihre Wahl finden. Das Problem `Wahlmüdigkeit´ liegt möglicherweise daran, dass einige Bürger denken ihre Stimme würde sowieso keinen Unterschied am Ergebnis zeigen. Allerdings kann ich nicht verstehen wie manchen Menschen unsere Regierung egal sein kann und sie deswegen nicht wählen gehen.
Ich persönlich hatte anfangs überhaupt kein Interesse an Politik und den Wahlen. Aber in der Schule habe ich einiges über die einzelnen Parteien gelernt erfahren und mir so eine Meinung gebildet. Nun finde ich dieses Thema viel interessanter und ich hoffe auf eine gute Regierung.

Samstag, 7. Juni 2008

Gedichinterpretation

Gedicht: Abend. von Andreas Gryphius


Das Sonett "Abend" von Andreas Gryphius behandelt ein sehr typisches Sonett des Barocks, nämlich den Vanitas-Gedanken aber auch gleichzeitig das Momento-Mori-Motiv.
Das Gedicht handelt davon, wie schnell das Leben vorüber geht und das lyrische Ich bittet Gott sich zu ihm in den Himmel zu nehmen.

Im Folgenden werde ich dieses Gedicht genauer analysieren und interpretieren. Das Sonett ist in zwei Quartette mit dem Reimschema abba und in zwei Terzette mit dem Reimschema ccd bzw. eed unterteilt. Als Versmaß wurde der Alexandriner, das heißt ein sechshebiger Jambus, der nach jedem dritten Takt eine Zäsur haben kann, gewählt. Die männlichen und weiblichen Kadenzenm folgen dem Reimschema: mwwm mwwm wwm wwm. Sehr auffällig in diesem Gedicht sind die vielen Ausrufesätze.

Die beiden Quartette bilden gemeinsam den ersten inhaltlichen Abschnitt. Durch die Satzstellungen erhalten einige Attribute eine besondere Betonung. Zum Beispiel: "Der schnelle Tag ist hin; die Nacht schwingt ihre Fahn". Nach dieser verszeile folgt dann ein Enjambement, das heißt der Satz ist noch nicht beendet und geht über zwei Verszeilen. Erkennbar ist auch ein Klimax: "Der Port naht mehr und mehr sich zu der Glieder Kahn." Auch diese Verszeile erhält damit eine auffällige Betonung. Das zweite Quartett besitzt eine Anapher, nämlich: "Ich, du, und was man hat, und was man sieht, hinfahren. Anapher bedeutet eine Wiederholung eines Wortes oder mehreren Wörter am Anfang der Verszeile. Der Sprecher verwendet auch einige Metaphern, wie zum Beispiel "Dies Leben kömmit mir vor als eine Rennebahn." Damit möchte er wohl ausdrücken, wie kurz das Leben sein kann. Eine Assonanz oder Alliteration ist mir in diesen beiden Strophen nicht aufgefallen. Auch rhythmisch gibt es keine Besonderheiten.

Das erste Terzett wendet sich inhaltlich etwas von der ersten und zweiten Strophe ab.
Hier spricht er nicht mehr von der Welt und dem Leben, das schnell vergeht, sondern mehr von sich selbst. Er verwendet dabei auffällig viele Imperative und spricht direkt zu Gott. In der folgenden Verszeile gibt es wieder eine Steigerung, also einen Klimax: "Laß mich nicht Ach, nicht Pracht, nicht Lust, nicht Angst verleiten!" Diese Wörter erhalten wieder eine Betonung. "Nicht Ach, nicht Pracht" ist klanglich auffällig. Also Assonanz auf Vokal A und CH.

Das letzte Terzett erinnert an das "Momento-Mori-Motiv", ein barockes Motiv das mit Tod und Leid in verbindung steht. Das lyrische Ich spricht hier nämlich über seinen "letzten Tag" und will, dass Gott ihn aus der "Finsternis" zu sich nimmt. Rhythmisch beginnt die Strophe genau wie im ersten Terzett. Die Verszeile hat nämlich auch zwei Zäsuren, die durch die Beistriche gekennzeichnet sind.

Dieses Gedicht behandelt eine Idee, die auch heutzutage die Leute noch anspricht. Es erzählt von dem Leben und wie schnell die Zeit vergeht. Auch davon, dass er nicht durch Pracht und Angst in die Irre geführt werden will. Er möchte somit seine Angst vor dem Tod ausdrücken und will, dass Gott mit seinem "ewig hellem Glanz" vor und neben ihm ist, damit seine Angst vergeht.

Abschließend noch einen Gedanken zu diesem Thema. Den Vanitas-Gedanken deshalb, weil der Sprecher auch von der Welt erzählt, wie vergänglich sie sein kann. Er sagt zum Beispiel, "Gleich wie dies Licht verfiel, so wird in wenigen Jahren Ich, du und was man hat, und was man sieht, hinfahren. Das heißt, dass alles Schöne irgendwann zu Ende geht.
Das Gedicht erinnert aber auch, wie schon vorher erwähnt, an das Barocke Motiv "Momento-Mori", weil der Tod mit dem Inhalt oft verbunden wird. Vor allem spricht er oft von seinem Tod und er hofft, dass er nicht einsam auf der Welt zurückbleibt. Die Leute in dieser Zeit waren wahrscheinlich oft mit dem Gedanken befasst, dass die Welt untergehen könnte und sie dann in der "Finsternis" einsam und alleine sterben müssten.
Das Gedicht gefällt mir inhaltlich sehr gut, weil es einem klar macht, dass der "letzte Abend" irgendwann kommen wird und es wird bewusst, wie vergänglich kurz die Zeit zum Leben ist.

Sonntag, 2. Dezember 2007

"Was tun gegen Komasaufen?"

In diesem Bericht stellt die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing die jüngste "Sauf-Statistik" vor -
und sie plädiert wie Familienministerin von der Leyen für staatliche Testkäufer. Erwähnt wird auch die ständige Einlieferung von Jugendlichen in die Berliner Klinik von Bilke auf Grund von Gewohnheitstrinkerei und Komasaufen.
Betroffen sind vor allem 15-16 jährige, weil sie chronisch alkoholabhängig sind.
Auch Drogen werden gerne konsumiert, doch das Abschreckungspotenzial ist groß, da z.B. Heroin Abhängige sofort zu Drop-Outs macht, so Bilke. Bätzing sieht dringenden Handlungsbedarf und ist dafür, Jugendliche verstärkt als Testkäufer einzusetzen. Damit soll man herausfinden, ob Gastwirte, Supermärkte und Trinkhallen sich an den Jugendschutz halten. Diese Handlungsweise war bisher sehr erfolgreich, denn kein Unternehmen möchte mit dem Vorwurf leben, es versorge Kids mit harten Getränken. Bätzing stellte folgende Statistiken vor, welche rasches Handeln nahelegen: Ein Prozent der 11-jährigen greift einmal pro Woche zur Flasche, bei Pubertierenden ist es ein Viertel, die mindestens einmal pro Monat richtig zugreifen.
In dem Text wird auch erwähnt, dass die Eltern eine Rolle spielen. Sie würden es vorleben und der Nachwuchs ahme es nach.
Für mich ist vor allem die Erkenntnis wichtig, dass Jugendliche lernen sollten, richtig mit Alkohol umzugehen. Das betrifft vor allem 16-jährige. Einerseits denke ich, dass man Spaß haben darf und ab und zu etwas mehr als sonst trinkt. Andererseits sollte das nicht zur Gewohnheit werden, denn sonst endet der Spaß im Krankenhaus. Doch ich finde, dass selbst die Einlieferung in die Klinik -mit einer möglichen Alkoholvergiftung- tiefe Spuren bei den Jugendlichen hinterlässt. So könnten sie lernen, besser mit Alkohol umzugehen. Das nächste Mal werden sie dann wohl vorsichtiger sein.
Ich finde es aus meiner Sicht übertrieben, wenn man von Komasaufen unter Jugendlichen spricht, denn in meinem Umfeld gibt es das nicht. Andererseits muss ich zugeben, dass es mich erschüttert, wenn ich von Todesfällen höre. Darüber wird einem dann erst klar, was Alkohol anrichten kann. Übertrieben finde ich aber, dass man Alkoholkonsum für Jugendliche bis 18 verbieten will, denn ich denke, mit 17 Jahren ist man bereits vernünftig genung.

Samstag, 20. Oktober 2007

direkte und indirekte charakterisierung

Ein Mädchen setzt sich an einen leeren Tisch. Sie trägt eine Jeans und ein schwarzes T-Shirt.
Ihre Haare sind schwarz gefärbt, die sie zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden hat.
Sie hat auch stark geschminkte Augen und auffallend große Ohrringe.
Während sie in ihrem schulrucksack wühlt, spricht sie leise vor sich her: "Wo habe ich denn nur diesen verdammten Zettel?" Eine Freundin gesellt sich zu ihr, die sie zuerst gar nicht bemerkt hatte. "Was suchst du denn?" , fragt sie. Sie schreckt auf und lässt ihren Rucksack fallen.
Sie erzählt der Freundin von dem wichtigen Zettel für den Tanzkurs, den sie verloren hat und schlägt sich die Hand dabei mehrmals an die Stirn.
Ihre Freundin versucht sie aufzumuntern, aber der gestresste Gesichtsausdruck des Mädchens verändert sich kaum. Dann greift sie sich in die Hosentasche und zieht 50 cent heraus, mit denen sie sich einen schwarzen Kaffee aus dem Automaten lässt. Sie bietet ihrer Freundin einen
Schluck an und fängt plötzlich an zu grinsen. "Ich weiß jetzt wo ich den Zettel habe!", ruft sie und klatscht in die Hände. Dann zieht sie das Stück Papier aus ihrer grauen Jacke, welche sie über den Stuhl hängte, als sie kam. Schnell greift sie nach ihrem Rucksack und verstaute den Zettel zwischen den Büchern. Sie steht auf und zupft an ihrem T-Shirt herum. Dann gehen die beiden die Treppe hoch.